Weinlexikon
"Du wagst des Weins erfinderische Kraft
zu schmähn? Was fändest du beflügelnd mehr die Tat, als
Wein?" (Aristophanes)
ABFÜLLUNG:
Nach dem Weingesetz muß der Abfüller
auf dem Etikett genannt sein.
ABGANG:
Der Nachgeschmack, der im Mund nach
einem Schluck erhalten bleibt. Gemessen wird der Abgang in "Caudalies"
(Abgang in Sekunden)
AMTLICHE PRÜFUNG:
Seit 1971 für alle QbA und QmP-Weine
vorgeschriebene Qualitätsprüfung durch chemische Analyse und
Geschmacksprobe. Jeder Wein enthält eine AP-Nummer für das Etikett.
ANREICHERN:
Zugabe von Zucker zum Most zur Steigerung
des Alkoholgehaltes. Im Gegensatz zu Frankreich, wo Trockenzuckerung grundsätzlich
gestattet ist, dürfen in Deutschland QmP-Weine nicht angereichert
werden, im Gegensatz zu QbA- und Tafelweinen.
AROMA:
Die Duftstoffe, die beim Riechen und
beim Schmecken wahrgenommen werden. Aromatische Weine duften stark - Charakteristikum
der Rebsorte sowie der Wachstum- und Anbaubedingungen der Reben.
ATMEN:
Durch Dekantieren und offenes Stehenlassen,
wird ein Wein eine gewisse Zeit der Berührung mit Luft ausgesetzt
AUSLESE:
Die dritte Stufe des QmP- Weins wird
nur in sehr reifen Jahrgängen bereitet und hat meist sehr hohe Natursüße;
der heutige Trend geht allerdings zu trockenem Ausbau. Auch Edelfäule
kommt bei Auslesen oft in gewissen Umfang vor; dadurch wird die fruchtige
Süße um weitere Nuancen bereichert. Gute Auslesen sollten mehrere
Jahre Flaschenreife haben, damit sich die anfänglich starke Süße
zu größerem Geschmacksreichtum entfalten kann.
BACCHUS:
Bacchus ist eine Züchtung (Silvaner
x Riesling) x Müller-Thurgau der Bundesforschungsanstalt für
Rebenzüchtung in Siebeldingen. Die Sorte liefert relativ hohe Erträge
bei vergleichsweise hohen Mostgewichten. Bacchus-Reben findet man hierzulande
hauptsächlich in Rheinhessen, der Pfalz, Franken und an der Nahe Die
meisten der hellgelben Weine sind leicht bis mittelkräftig. Reife
Bacchus-Weine können aber auch extraktreich, fruchtig und bukettbetont
(manchmal an Scheurebe erinnernd) sein. Gewächse mit hohem Mostgewicht
und ausreichender Säure können etwas Riesling-Art und einen blumigen,
dezenten Muskatton aufweisen (manchmal am Kümmel erinnernd).
BARDOLINO:
Entstammt aus Trauben, die am Ostufer
des Gardasees wachsen und einen leichten und hellen Rotwein abgeben.
BAROLO:
Einer der höchstangesehenen italienischen
Rotweine. Trocken, vollmundig und sehr alkoholreich. Bis zu 15 Jahren lagerfähig
BARRIQUE:
Name für ein kleines 220 - 230
l fassendes Eichenfaß (span. barrica), das bei ein- bis dreimaliger
Benutzung charakteristische Aromen und Geschmacksnoten beisteuert.
BEAUJOLAIS:
helle, fruchtige Rotweine aus der Gamay-Traube,
sollten möglichst jung und gekühlt (bei 11-13 ºC) getrunken
werden
BEERENAUSLESE:
QmP-Weine aus einzeln ausgelesenen,
sehr reifen oder "edelfaulen" Beeren. Sie zeichnen sich durch intensive
Süße und meist tiefe Farbe aus und gewinnen bei längerer
Lagerung deutlich an Geschmacksfülle. Sie bilden die vierte Stufe
der QmP-Weine.
BEREICH:
Die 11 bestimmten Anbaugebiete sind
in insgesamt 35 Bereiche unterteilt.
BODEGA:
Spanische Bezeichnung für Weinkeller,
wird auch für Weingut, Weinkellerei und Weinlokal gebraucht. El bodeguero
heißt der Eigentümer der Bodega
BORDEAUX:
Hafenstadt und Zentrum der Gironde,
hat den Weinen der Gironde den Namen gegeben. Bekannteste Anbaugebiete:
Bordeaux, Bordeaux Supérieur, Graves, Médoc, Sauternes, Saint-Emilion.
Für die Klassifikation der Bordeaux-Weine gibt es genaue Regeln, die
von Appellation zu Appellation erheblich voneinander abweichen
BRUT:
Bezeichnung für trockene Schaumweine
BUKETT:
Der charakteristische Duft eines ausgereiften
Weines
CABERNET-SAUVIGNON:
Rote Traube, wird in Frankreich selten
allein gekeltert. In den "neuen" Weinländern Chile, Kalifornien und
Südafrika aber sehr beliebt.
CHARDONNAY:
Weißer Burgunder, aus dieser Traube
werden alle großen weißen Burgunder und auch Champagner gewonnen.
Hauptanbaugebiete: Champagne, Burgund
CHARTA:
Eine Vereinigung Rheingauer Erzeuger,
die sich besonders hochwertigen halbtrockenen Rieslingweinen mit weit über
den gesetzlichen Mindestanforderungen stehenden Maßstäben widmen.
CEPA:
Spanische Bezeichnung für Rebe,
wird häufig im Sinne von Rebsorte verwendet.
COSECHA:
Spanische Bezeichung für Jahrgang
DEUTSCHER TAFELWEIN:
Bezeichnung für Tafelwein, der
ausschließlich aus in Deutschland gewachsenen Trauben gewonnen ist.
DIABETIKERWEIN:
Weine mit weniger als 4g/l Zuckerrest,
mit höchstens 40mg/l freien Schwefeldioxid und 12% Alkohol, daher
auch für Diabetiker gut verträglich - immer aber ist erst der
Arzt zu befragen.
DEKANTIEREN:
Weine mit Depot oder Weinstein werden
in Karaffen umgegossen, um den Satz zurückzuhalten. Das Dekantieren
bringt außerdem mehr Luft an den Wein, was den Geschmack des Weins
verbessert.
DEPOT:
Bodensatz bei alten Rotweinen, Gerbstoffe
und Farbstoffe verbinden sich zu Flocken, die auf den Boden der Flasche
sinken. Weine mit Depot werden dekantiert.
DEUTSCHE-LANDWIRTSCHAFTS-GESELLSCHAFT; DLG:
In Heilbronn findet jährlich der
Wettbewerb um die Bronze-, Silber-, und Goldmedaillen der DLG statt. In
den einzelnen Anbaugebieten werden eigene Prämierungen mit entsprechenden
Auszeichnungen durchgeführt. Es dürfen nur Weine, die in den
Regionalwettbewerben mindestens 3,5 von 5 möglichen Punkten erhalten
haben, an der Bundesweinprämierung der DLG teilnehmen., bei der 3,5
Punkte eine Bronzemedaille, 4 Punkte eine Silbermedaille und 4,5 Punkte
einen Großen Preis eintragen.
Die Weine werden getrennt nach Anbaugebieten,
Rebsorten und Qualitätsstufen von einer Jury beurteilt. Es werden
jeweils bis zu 5 Punkte für Geruch, Geschmack und Harmonie vergeben.
Die Gesamtsumme wird durch drei geteilt, um so die endgültige Bewertung
zu ermitteln. Umstrittene Urteile werden an einen Berufungsausschuß
verwiesen.
DOC und DOCG:
(Denominazione de Origine Controllata):
die italienische Bezeichnung der kontrollierten Herrkunft. DOCG hat noch
strengere Auflagen .
DORNFELDER:
Die Erfolgsstory der Rebsorte startete in Deutschland
mit 124 Hektar bestockter Rebfläche im Jahr 1972. Mittlerweile rangiert
Dornfelder in der Liste der am häufigsten angebauten Rotweinsorten mit
3.200 ha auf Platz drei - Tendenz weiter steigend, wie die Zahl der jährlichen
Neuanpflanzungen beweist. Dabei ist Dornfelder längst seiner ursprünglichen
Rolle als "Deckrotwein" entwachsen und hat sich zu einem eigenständigen,
fruchtigen, gehaltvollen Wein entwickelt, der auch als Sekt-Spezialität
immer mehr an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus erzielen einige Winzer
mit ihren im Holzfass (teilweise im Barrique) ausgebauten Dornfeldern hohe
Flaschenweinpreise. Hauptverbreitungsgebiete der Kreuzung aus Helfensteiner
x Heroldrebe sind die Pfalz und Rheinhessen. Durch den anhaltenden Trend zu
Rotwein boomt diese Rebsorte in Deutschland. Sie bringt hohe Farbwerte aus
der Schale und einen kräftigen Rotwein, der es sicherlich verdient, ernst
genommen zu werden. Abstammung: Züchtung der Weinbauschule zu Weinsberg
aus den 60er Jahren. Kreuzung zwischen Helfensteiner und Heroldrebe Rebe:
sehr kräftiger Wuchs. Große, tief dunkelgrüne Blätter,
die im Herbst sehr schöne Farbtöne annehmen. Trauben sind groß
und lockerbeerig, reifen sehr früh. Weincharakter: Tiefviolette, dichte
Farbe. Edler Rotwein mit viel Körper und Duft. Hervorragend für
den Ausbau im kleinen Holzfass (Barrique) geeignet.
EDELFÄULE:
Ein Schimmelpilz, der unter bestimmten
Bedingungen die Beschaffenheit der Trauben verbessert und für die
Gewinnung von Beerenauslesen eine wichtige Voraussetzung bildet.
ELBLING:
Die Weißweinsorte hatte bis ins
19. Jahrhundert hinein eine weite Verbreitung. Ihre Herkunft ist nicht
gesichert. Allerdings erwähnen bereits römische Schriftsteller
diese (zumindest eine recht ähnliche) Sorte für zahlreiche deutsche
Anbaugebiete. Die heutige Verbreitung in Deutschland konzentriert sich
auf das Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer, insbesondere den Bereich der Obermosel.
Elbling-Weine eignen sich bestens zur Sektherstellung, gewinnen aber auch
in der Flaschenweinvermarktung (meist trocken ausgebaut) zunehmend an Bedeutung.
Die Rebsorte des Mittelalters, aufgrund seiner großen Fruchtbarkeit
(Zehntwein). Dienen oft auch als Grundweine zur Sektherstellung. In der
Regel trocken ausgebaut - es gibt eineRenaissance für Liebhaber dieser
klassischen Rebsorte, eine Spezialität der Obermosel.
EISWEIN:
Wein aus Trauben, die bis in den Winter
hinein am Rebstock verbleiben und frühmorgens in fest gefrorenen Zustand
bei minus 7°C gelesen und gekeltert werden. Da nur das in den Trauben
enthaltene Wasser gefriert, ist der vom Eis abgeschiedene Saft besonders
Reich an Zucker, Säuren und Geschmacksstoffen. So entstehen sehr süße,
pikante Weine von fast unbegrenzter Haltbarkeit.
EMBOTELLADO EN ORIGEN:
Spanische Bezeichung für abgefüllt
vom Weingut.
EMBOTELLADO POR:
Spanische Bezeichnung für abgefüllt
von:.
ERZEUGERABFÜLLUNG:
Mit dieser Bezeichnung auf dem Etikett
wird bestätigt, daß der Wein aus eigenen Trauben des Erzeuger-
bzw. des Genossenschaftsbetriebs gekeltert und von ihm selbst abgefüllt
wurde. Die Bezeichnung "aus dem eigenen Lesegut" gilt nach dem Weingesetz
als gleichwertig.
ERZEUGERGEMEINSCHAFT:
Die Zusammenschlüsse von Erzeugern,
meist zu Vertriebszwecken, im Unterschied zu Winzergenossenschaft, die
auch die Weinbereitung übernimmt.
FABERREBE:
Die frühreifende, hohe Mostgewichte
liefernde Züchtung der Landesanstalt für Rebenzüchtung in
Alzey ist eine Kreuzung aus Weißer Burgunder x Müller-Thurgau.
Weine aus der Rebsorte verfügen meist über einen höheren
Säuregehalt als etwa Weine aus Müller-Thurgau oder Silvaner.
Gut gemachte Faberweine sind frisch, fruchtig und elegant, mit genügend
Extrakt und einem leichten Muskatton ausstaffiert. Die Sorte wird hauptsächlich
in Rheinhessen, der Pfalz und an der Nahe angebaut.
FIRNE:
Bukett eines zu lange gelagerten Weins,
der nach alten Brotrinden oder klebrig-honigartig schmeckt. Dieser früher
geschätzte Geschmackston wird heute abgelehnt.
FLURBEREINIGUNG:
Zusammenlegung aufgesplitterten Grundbesitzes,
um eine wirtschaftliche Bearbeitung und Nutzung zu sichern.
FUDER:
Ovales Eichenholzfaß von der Mosel,
Inhalt 1000 Liter.
GERBSTOFF:
Aus Beerenhäuten, Kernen oder Hölzfässern
gelöste Substanz, die "zusammenziehend" schmeckt. Wichtig für
den Charakter eines Weines, er gibt ihm das "Rückgrat", die Lagerfähigkeit
und konserviert den Wein.
GRAN RESERVA:
In Spanien höchste Qualitätsstufe.
36 Monate Mindestlagerung vor Vermarktung.
GRAUER BURGUNDER/RULÄNDER/PINOT GRIGIO/TOKAYER:
In den letzten Jahren hat der Ruländer
in Deutschland eine steigende Verbreitung gefunden. Er zählt zu den
besten Sorten unseres heimischen Rebenbestandes, dessen wuchtige, feurige
Weine mit dem vollen Bukett eine besondere Kostbarkeit darstellen. Lageansprüche:
Der Ruländer stellt sehr hohe Ansprüche an die Lage, die etwa
in der Mitte zwischen Riesling und Silvaner liegen. Das gegenüber
dem Riesling höhere Mostgewicht darf nicht dazu verleiten, ihn in
geringen Lagen anzupflanzen, weil seine Weine nur dann ansprechen, wenn
die Mostgewichte über 80 Grad Öchsle liegen. Ertrag: 80
bis 120 hl/ha Weincharakter: Er hat eine sortentypisches, volles Bukett.
Die Weine sind nur dann ansprechend, wenn sie einen hohen Extrakt
haben. Wenn in trockenen Jahren die Säure gering ist, können
die Weine auch einmal etwas plump wirken. Grauer Burgunder werden
die Weine aus der Ruländertraube dann genannt, wenn sie alternativ
zum klassischen Geschmacksbild, früher gelesen, durchgegoren trocken,
mit viel Frucht und säurebetont vinifiziert werden. Grauer Burgunder
zählt zu den besten Sorten in deutschen Landen. Die Sorte ist eine
Mutation des Blauen Spätburgunders und trägt in Deutschland das
Synonym Ruländer – und zwar deshalb, weil ein Kaufmann namens Ruland
aus Speyer um 1711 den Anstoß zu ihrer Verbreitung gab. Heute sind
die frischen, feinfruchtigen, vorwiegend trocken ausgebauten Grauburgunder-Weine
in allen Vertriebskanälen im mittleren bis gehobenen Preissegment
erfolgreich – insbesondere die aus Baden und der Pfalz. Mit Beginn der
90er Jahre kam es auf dem deutschen Markt sogar zu einem regelrechten Grauburgunder-Trend.
auch Tokayer (z. B. D’Alcase) oder Ruländer genannt. Volle, fruchtige
Weine mit feinem Bukett. In Italien auch Pinot grigio genannt.
GROßLAGE:
In der Großlage sind mehrere Einzellagen
gleicher Qualität und gleichen Charakters zusammengefasst. Die 34
Bereiche umfassen 150 Großlagen, die in rund 2600 Einzellagen unterteilt
sind. Allerdings sind bestimmte Einzellagen nicht in Großlagen einbezogen.
Die Namen der Großlagen werden für Weine der Spitzenqualität
kaum genützt, außer wenn bei einer Trockenbeerenauslese das
Lesegut einer Einzellage nicht ausreicht, um ein kleines Faß zu füllen.
GUTEDEL:
Der Gutedel ist eine beliebte Tafeltraube,
wird aber auch als Keltertraube angebaut und liefert einen wohlschmeckenden,
bekömmlichen Kneipwein.Lageansprüche: Der Gutedel verlangt eine
mittelgute, windgeschützte Lage, weil die Blüte etwas kälteempfindlich
ist. In geschützten Gärten und an Hauswänden gedeiht er
vorzüglich. Ertrag: 80 bis 150 hl/ha Weincharakter: Sie sind leicht,
süffig, mild und sehr bekömmlich. Es sind ausgezeichnete Kneipweine.
Ähnlich wie Müller-Thurgauweine schmecken sie jung getrunken
am besten. Der Gutedel ist nicht nur eine beliebte Tafeltraube, sondern
auch eine Keltertraube, die einen bekömmlichen, wohlschmeckenden Zechwein
liefert, der jung getrunken am besten schmeckt. Seine Urheimat liegt vermutlich
(wie bei vielen alten Rebsorten) in Kleinasien. Der Anbau in Deutschland
konzentriert sich auf das Markgräflerland in Baden.
HUXELREBE:
Ebenfalls aus der Landesanstalt für
Rebenzüchtung in Alzey stammt eine Kreuzung aus Weißer Gutedel
x Courtillier musqué: die Huxelrebe. Die Sorte kann bei entsprechendem
Anschnitt Rekorderträge bringen. Bei vernünftigem Anbau liefert
die Sorte ansprechende, frische Weine (rassig, elegant, charaktervoll,
reif) mit einem feinen Muskatton im höheren Prädikatsbereich.
Die Lagerfähigkeit ist gut. Hauptverbreitungsgebiete sind Rheinhessen,
die Pfalz und die Nahe.
IGT:
(Indicazione Geografica Tipica), Qualität
liegt über dem "Vino da Tavola" und eine Kategorie unter dem DOC
JAHRGANG:
Das Jahr, in dem der Wein geerntet wurde,
wird fast immer auf dem Etikett angegeben.
HALBTROCKEN:
Wein mit höchstens 18 g unvergorenem
Zuckerrest je Liter
KABINETT:
Erste Stufe der Qualitätsweine
mit Prädikat mit natürlicher Restsüße ohne Anreicherung.
Feine Kabinettweine zeichnen sich durch Leichtigkeit und Delikatesse aus
und sind meist herrlich erfrischend.
KELLEREI:
Die Weinkellerreien von Handelshäusern,
im Gegensatz zum Weinkeller eines Winzers (Erzeugers).
KERNER:
Zu den Neuzüchtungen, die in den
letzten Jahren die größte Verbreitung gefunden haben,
gehört die Sorte Kerner. Der Grund
liegt in der Frosthärte und in ihrem ansprechenden Wein.
Kreuzung: Trollinger x Riesling Lageansprüche:
mittel, kann in Silvanerlagen gepflanzt werden. Kühle, neblige Lagen
in Niederungen sagen nicht zu. Besser sind nebelfreie Hochlagen. In windoffenen
Lagen kommt es zu Verrieselungen. Ertrag: 80 bis 120hl/ha Weincharakter:
frisch, rassig, rieslingähnlich, fruchtig, feines Bukett, das gelegentlich
einen leichten Muskatton aufweist. Neben den Weinen der Sorte Ehrenfelser
haben die Weine der Sorte Kerner am meisten Rieslingart. Die Weine sind
in jedem Qualitätsbereich selbständig. Die inzwischen am meisten
angebaute Neuzüchtung hat in relativ kurzer Zeit eine enorme Verbreitung
gefunden. Die Hauptgründe liegen in der Frosthärte und in ansprechenden,
oftmals Riesling-artigen Weinen sowie mengenmäßig relativ sicheren,
üppigen Erträgen bei zufriedenstellenden Mostgewichten. Kerner
ist eine Züchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt
für Wein- und Obstbau in Weinsberg aus den Sorten Trollinger x Riesling,
deren Name auf den württembergischen Dichter Justinus Kerner zurückgeht.
Die größten Anbauflächen dieser Neuzüchtung befinden
sich in der Pfalz, in Rheinhessen, Württemberg und an Mosel-Saar-Ruwer.
Die Weine des Kerners sind frisch, rassig, Riesling-ähnlich und haben
ein fruchtiges, feines Bukett, das gelegentlich einen leichten Muskatton
aufweist. Abstammung: 1929 gezüchtete Kreuzung aus Trollinger und
Riesling. Hat sich in den 70er bis 80er Jahren stark verbreitet. Rebe:
Dunkelgrünes Laub, starker, buschiger Wuchs. Kernerreben treiben viele
sogenannte Geiztriebe. Dies sind Nebentriebe, die aus den zuerst wachsenden
Haupttrieben verzweigen. Trauben sehen den Trollingertrauben sehr ähnlich,
sind nur etwas kleiner und ohne rote Farbstoffe. Weincharakter: Zartes
goldgelb, frische, fruchtige Weine, die an den Riesling erinnern. Allerdings
hat der Kerner gelegentlich noch einen feinen Muskatton, was das Bukett
besonders interessant macht. Kerner bringt im Herbst hohe Mostgewichte,
daher können fast jedes Jahr Prädikatsweine geerntet werden.
Kerner ist vielseitig einsetzbar, er paßt zu Fisch, hellem Fleisch
oder würzigem Käse. Hohe Qualitäten, wie Auslesen, können
auch zu süßen Desserts gereicht werden.
KÖRPER:
Die Substanz eines Weines, die durch
das Zusammenwirken von Frucht, Gerbstoff und Alkohol empfunden wird.
LAGE:
Bezeichnet einen Weinberg, dessen Name
und Umgrenzung gesetzlich erfaßt und geschützt sind.
LANDESPREISMÜNZE:
Wird als regionale Weinprämierung
verliehen und dient als Sprungbrett zur Bundesweinprämierung der DLG.
LANDWEIN:
1982 eingerichtete neue Tafelweinkategorie
für Weine aus festgelegten Gebieten, höchstens 18 g/l Zuckerrest,
das heißt trocken bis halbtrocken.
LEMBERGER:
Blauer Lemberger (Limberger, Blaufränkisch):
Der Lemberger ist eine württembergische Spezialität. Die tiefroten,
kräftigen, fruchtigen, gerbstoffreichen Lemberger-Rotweine verkörpern
oft den ganzen Stolz württembergischer Kellermeister. Lemberger findet
sich auch in den meisten "Premium-Cuvées", die die württembergischen
Weingärtnergenossenschaften in den letzten Jahren auf den Markt brachten.
Lemberger stößt auch in Fachhandel und gehobener Gastronomie
auf gute Resonanz und Nachfrage, die Preise sind entsprechendhoch. Abstammung:
Vermutlich schon von Karl dem Großen selektioniert. Nachweisbar im
18. Jahrhundert in Österreich. Später dann nach Deutschland eingeführt.
Rebe: Hellgrünes Laub. Kräftige Blätter mit glatter Oberfläche.
Im Frühjahr die erste Sorte die austreibt, deshalb sehr von Spätfrost
gefährdet. Die Beeren besitzen eine kräftige Schale. Weincharakter:
Kräftiger Rotwein, eine der edelsten Sorten die in unserer Region
wachsen. Sehr lagerfähig, hervorragender Begleiter zu Wildgerichten.
Aber auch z.B. als Auslese zu schwarzer Herrenschokolade. Ein ausgezeichneter
Wein, auch um nach dem Abendessen die Tischgespräche anzuregen. In
Schwaben ist auch die Mischung Trollinger plus Lemberger bekannt und beliebt
(Kurzform: "TL").
MACERACION CARBONICO:
Spanische Bezeichnung für eine
Gärmethode ohne Maischung zur Erzeugung fruchtiger, junger Rotweine
im Beaujolais-Stil.
MORIO-MUSKAT:
Morio-Muskat: Bei der Kreuzung aus Silvaner
x Weißer Burgunder sorgten hohe Ernteerträge für sinkende
Preise. Hinzu kam eine Verschiebung des breiten Verbrauchergeschmacks weg
von den meist lieblichen, sehr blumigen, an Muskat erinnernden Weinen.
Logische Konsequenz: seit 1979 hat sich die mit Morio-Muskat bestockte
Rebfläche halbiert.
MOSTGEWICHT:
Der Zuckergehalt der Trauben wir durch
Messung des spezifischen Gewichts des Traubensafts mit der Mostwaage ermittelt.
Maßeinheit: Öchsle-Grade.
MÜLLER-THURGAU:
Lange Jahre mußte der Müller-Thurgau
in Deutschland um seine Anerkennung ringen. Heute stellt er die wichtigste
Rebsorte unseres Landes dar. Besonders beliebt sind seine Schoppenweine.
Seine Anspruchslosigkeit hinsichtlich der Lage und seine Ertragstreue hat
zu einem ständig zunehmenden Anbau geführt. Lageansprüche:
Der Müller-Thurgau stellt nur geringe Ansprüche an die Lage.
Das soll nicht heißen, daß man ihn nicht in guten Lagen anbauen
könnte. Schon in einer mittleren Lage bringt er fast in jedem Jahr
einen Naturwein und in guten Jahren mit Sicherheit eine schöne Spätlese.
Ertrag: 100 bis 150 hl/ha; In Spitzenzeiten bis 200hl/ha. Weincharakter:
Der angenehme Muskatton wurde früher als Fremdton abgelehnt. Allerdings
muß man wissen, daß dieser Muskatton in geringen Jahren auf
Standorten mit schwerem Boden, eine gewisse Bitterkeit aufweisen kann,
die unangenehm schmeckt. Mit zunehmender Reife verschwindet dieser Ton.
Überhaupt ist es so, daß mit, daß mit fortschreitender
Reife das typische Müller-Thurgaubukett abnimmt. Bei Spätlesen
kann es ganz verschwinden und der Wein sogar rieslingähnlichen Charakter
annehmen. Die Müller-Thurgau-Rebe wurde 1882 von Professor Dr. Müller-Thurgau
in Geisenheim gezüchtet. Die Sorte gilt als Kreuzung zwischen Riesling
x Gutedel. Der Professor konnte vor über 100 Jahren nicht ahnen, dass
sich seine Züchtung einmal zu einer der am häufigsten angebauten
Rebsorten Deutschlands mausert. Unbestritten nimmt Müller-Thurgau
– was den
mengenmäßigen Absatz deutscher
Weine betrifft – den Spitzenplatz ein, zumal die Rebsorte auch als Bestandteil
des deutschen Export-Typenweins "Liebfrauenmilch" Verwendung findet. Einige
Erzeuger aus deutschen Landen erzielen mittlerweile mit jungen, leichten,
frischen, trocken ausgebauten Müller-Thurgau-Weinen unter der Bezeichnung
"Rivaner" beachtliche Vermarktungserfolge, insbesondere in der ambitionierten
Gastronomie. Besser bekannt unter ihrem üblichen Namen Müller-Thurgau
- nach Ihrem Züchter Müller-Thurgau benannte Rebsorte, entstammt
aus einer Kreuzung von Riesling x
Silvaner. Reift sehr früh und
ergibt milde Weine. Als trockener Schoppenwein mittlerweile eher unter
Ihrem Synonym Rivaner anzutreffen.
NEUZÜCHTUNG:
Deutsche Winzer haben über 70 neue
Traubensorten hervorgebracht, die sich in der Praxis zum Teil schon sehr
bewährt haben.
NOBLING:
Kreuzung: Silvaner x Gutedel Lageansrpüche:
mittel bis hoch. In geringen Jahren besteht die Gefaht, daß die Trauben
ungleichmäßig ausreifen.Ertrag: ca. 90 hl/ha Weincharakter:
fruchtig, körperreich, feines Bukett mit deutlicher Eigenart. Die
Frucht der Beere findet sich nicht immer im Wein wieder. Sehr gut zur Gewinnung
von Spät - und Auslesen geeignet. Echte Qualität beginnt
erst bei 80 Grad Öchsle
ÖCHSLE:
Das spezifische Gewicht und damit das
Süßgehalt des Mosts wir nach einer Methode gemessen, die von
Ferdinand Öchsle (1774 bis 1852) erfunden wurde. Jedes Gramm, um das
ein Liter Traubenmost schwerer ist als ein Liter Wasser, entspricht ungefähr
einem Grad Öchsle.
ORTEGA:
:Die frühreifende Kreuzung aus
Müller-Thurgau x Siegerrebe der Bayerischen Landesanstalt für
Wein- und Gartenbau, Würzburg, liefert selbst in ungünstigen
Jahren sehr hohe Mostgewichte. Dafür bauen die Säurewerte in
warmen Jahren häufig am Stock schnell ab. Die Ortega-Weine, die oft
Auslese-Niveau erreichen, zeichnen sich durch feine Frucht und ein pfirsichartiges
Bukett (ähnlich dem der Siegerrebe) aus. Als Spezialitäten spielen
die Spitzen-Ortegas fast ausschließlich in der Direktvermarktung
eine wichtige Rolle.
ORTSTEIL:
Teil einer Gemeinde. Einige berühmte
Weingüter gelten als Ortsteil für sich (z. B. Schloß Vollrads)
und dürfen den Namen der Gemeinde weglassen.
PERLWEIN:
Schwach schäumender Tafelwein,
meist mit Kohlensäure versetzt.
POKALWEIN:
Offener Wein
PORTUGIESER:
Der Sortenname resultiert aus der ursprünglich
vermuteten Herkunft, Portugal. Innerhalb Deutschlands hat die Pfalz den
weitaus größten Portugieser-Anteil vorzuweisen. Auch in Rheinhessen
existieren inzwischen beachtliche Portugieser-Flächen. Die Weine
werden überwiegend als QbA-Weine ausgebaut und sind meist hellrot
in der Farbe. Ein Großteil der jährlichen Produktion kommt als
Portugieser Weißherbst auf den Markt. Weitverbreitete Rotweinsorte.
Ansprechende, säureärmere Tischweine von rubinroter Farbe. Die
Portugieser-Rebe wurde um 1800 aus Österreich eingeführt.
PRÜFUNGSNUMMER:
= AP-Nummer, siehe Amtliche Prüfung.
QbA:
Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete.
Qualitätsstufe über Tafelwein und Landwein und unter QmP. Bei
QbA-Wein kann der Alkoholgehalt durch Anreicherung gehoben werden. Er muß
(unvermischt) aus einem der 11 Anbaugebiete stammen, aus anerkannten Traubensorten
gewonnen sein, einen bestimmten Reifegrad vor der Anreicherung besitzen
und wird einer chemischen Untersuchung und einer Geschmacksprüfung
unterzogen, bevor er eine AP-Nummer erhält.
QmP:
Qualitätswein mit Prädikat.
Amtliche Bezeichnung für alle deutschen Weine der obersten Qualitätsstufe,
von Kabinett über Auslese, Beerenauslese bis Trockenbeerenauslese.
Die Reifegradanforderungen sind in den einzelnen Anbaugebieten unterschiedlich.
REBLAUS:
Zu den Pflanzenläusen gehörendes
Insekt, das sich an den Wurzeln der Reben festsetzt. Der im 19. Jahrhundert
aus Nordamerika eingeschleppte ca. 1/2 mm große Schädling verursacht
vor allem Wucherungen an den Wurzeln. Bekämpft wird die Reblaus durch
resistente Züchtungen, Quarantäne und Schwefelkohlenstoff.
RESERVA:
In Chile nicht exakt definierte Spanische
Bezeichung für höherwertigen Wein. In Spanien zweithöchste
Qualitätsstufe.
RESTSÜßE:
Der zum Zeitpunkt des Abfüllens
in einem Wein unvergoren gebliebene Zucker, unabhängig davon, ober
der Gärungsprozeß aus natürlichen Gründen zum Stillstand
gekommen ist, bzw. ob er als Süßreserve wieder beigegeben wurde.
In einer Trockenbeerenauslese kann die erstaunliche Restsüße
von über300 g/l erreicht werden, wenn bei der Gärung nur wenig
Zucker in Alkohol umgewndelt wurde.
RIESLING:
:Von allen Reben stellt der Weiße
Riesling unbestritten die wertvollste Sorte dar. Aus dem Saft seiner Trauben
stammen unsere edelsten Weine. Trotz seiner späten Reife hat er die
größte Verbreitung in den nördlichen Weinbaugebieten Deutschlands
gefunden. Lageansprüche: Von allen Sorten, die wir kenne stellt der
Riesling die höchsten Ansprüche an die Lage. Nur wenn ausreichend
Wärme vorhanden ist, erreichen die Trauben ihre Vollreife. Ganz grob
gesagt, läßt er sich in unseren Breiten nur in Südwest-
bis Südostlagen anbauen, wenn die Höhe über NN 200 m nicht
überschreitet. In leicht erwärmbaren Böden (Sand-, Kies-
und Gesteinsböden) können diese Grenzen auch etwas überschritten
werden. Eine Ausweitung des Rieslinganbaues ist daher nur selten möglich.
Ertrag: 70 bis 110 hl/ha. Weincharakter: Kennzeichen der Rieslingweine
ist ihre feine Rasse und Eleganz, ihr unübertreffliches, an Pfirsiche
erinnerndes Bukett. Nicht ein hoher Alkoholgehalt begründet den Ruhm
des Rieslings, sondern die feine, rassige, fruchtige Art. Diese Merkmale
werden durch späte Reife und späte Lese ausgelöst. Riesling
ist unbestritten die deutsche Vorzeige-Rebsorte. Rieslingweine zeichnen
sich durch feine Rasse, Eleganz sowie ein fruchtiges, an Pfirsich erinnerndes
Bukett aus. In großen Jahren können aus der spätreifenden
Rebsorte international anerkannte Spitzenweine entstehen. Riesling gehört
(neben Müller-Thurgau) zu den wirtschaftlichen Stützen der deutschen
Weinwirtschaft. Die Sorte liefert zudem ausgezeichnete Grundweine für
die Sektherstellung. Kein Wunder, dass Riesling-Reben in sämtlichen
deutschen Anbaugebieten zu finden sind und auf der Skala der Neuanpflanzungen
ganz vorne stehen. Die Herkunft der Sorte ist bis heute nicht bewiesen.
Wahrscheinlich stammt sie von der am Rhein heimischen Wildrebe Vitis Vinifera
Var. sylvestris ab. Auch der Ursprung des Namens bleibt unklar. Kommt er
von Rusling (Rus = dunkles Holz) oder von Rissling (rissig = reißen)?
Kleinbeerige, spät reifende Traubensorte. Rieslingweine zeichnen sich
aus durch eine
bukettreiche, edle Blume mit zuweilen
Pfirsichcharakter und feiner, fruchtiger und rassiger Säure. Sie gehören
in guten Weinjahren zu den edelsten Weinen der Welt. Der Riesling begründet
den Ruhm der Mosel, das immer noch als größtes Anbaugebiet in
der Welt für diese Rebe gilt. Abstammung: Von rheinischer Wildrebe,
die schon 650.000 v.Chr. existierte. Von den Römern kultiviert. Meistangebaute
Rebsorte in Deutschland mit 1/3 der Gesamtanbaufläche. Rebe: Dunkelgrünes,
kräftiges Laub. Die Trauben reifen spät heran, daher ist die
Qualität stark vom Jahrgang abhängig. In guten Jahren können
exklusive Köstlichkeiten wie Beerenauslesen oder Eiswein erzeugt werden.
Weincharakter: Goldgelbe, mit Grünreflexen durchsetzte Farbe. Fruchtig-frisch,
mit feiner Säure ist der Riesling der deutsche Weißwein überhaupt.
Seine Weine werden auch international hochgeschätzt. Klassisch zu
Garnelen, Krabben, Lachs als Vorspeise oder Forellen, Schalentieren, Huhn
und Schweinefleisch als Hauptgang. Zum Dessert als Spät- oder Auslese
mit dienender Restsüße.
ROTLING:
Hellroter Wein aus roten und weißen
Trauben gewonnen.
SCHAUMWEIN:
Infolge hohen Kohlendioxidgehalts schäumender
Weuin mit mindestens drei Bar Überdruck.; der Ausdruck Sekt ist viel
gebräuchlicher.
SCHEUREBE:
Nach der Müller-Thurgau-Rebe ist
die Scheurebe die zweite Neuzüchtung, die sich im deutschen Weinbau
durchsetzten konnte. Es ist nicht selten, daß in einer Weinprobe
die Scheurebe den Spitzenwein stellt. Es gibt in Deutschland, insbesondere
in Rheinland-Pfalz, kaum ein Qualitätsweingut ohne wenigstens
einen Weinberg mit dieser Sorte. Lageansprüche: Die Scheurebe
braucht mindestens eine mittlere Lage, also eine Silvanerlage. Echte Qualitätsweine
werden aber nur dann gewonnen, wenn sie in bessere Lagen gepflanzt wird.
In geringen Lagen bleibt die Säure hoch, so daß die Weine einen
unreifen Ton behalten und ein zu starkes, wenig schönes Bukett.
Höchste Spitzenweine werden nur in Spitzenlagen erreicht. Ertrag:
80 - 150 hl/ha Weincharakter: Der Züchter G. Scheu bezeichnet den
Wein als hochfein mit verstärktem
Rieslingbukett, das nicht muskatellerartig
sei. Eine rieslingartige Säure ergibt einen hochedlen
harmonischen, duftigen, körperreichen
Wein. Es können höchste Spitzenweine gewonnen werden. Reife Weine
haben eine rassige Säure und ein voller Bukett, mit einem typischen
Ton der an schwarze Johannisbeeren erinnert. Unreife Weine haben ein aufdringliches
Bukett, werden aber trotzdem vom Handel gerne als Verschnittweine aufgenommen.
Scheurebe ist eine weitere Züchtung, die sich in vielen deutschen
Anbaugebieten durchsetzen konnte. Die Kreuzung derLandesanstalt für
Rebenzüchtung Alzey aus den beiden Standardsorten Silvaner x Riesling
erhielt ihren Namen von dem Züchter Georg Scheu. Am verbreitetsten
ist die Scheurebe in Rheinhessen, in der Pfalz und an der Nahe. Gute Scheurebe-Weine
haben eine rassige Säure und ein volles, kräftiges Bukett mit
einem an schwarze Johannisbeeren erinnernden Ton.
Abstammung: Nach ihrem Züchter
Georg Scheu benannte Kreuzung zwischen Silvaner und Riesling aus dem Jahr
1956. Rebe: Dunkelgrünes, kräftiges Laubwerk, Triebe werden im
Spätsommer früh holzig und zeigen eine intensive Braunfärbung.Weincharakter:
Bringt ausdrucksvolle Weine mit kräftigem Aroma und lebendig-fruchtiger
Säure. Bei hoher Reife werden ganz hervorragende Prädikatsweine
erzeugt. Insbesondere die hohen Qualitäten eignen sich gut als Aperitif
oder Begleiter von Desserts.
SCHILLERWEIN:
Ein hellroter Wein (Verschnitt)
mit QbA- oder QmP Status aus Württemberg.
SCHOPPENWEIN:
Ein offener Wein.
SCHWARZRIESLING/MÜLLERREBE/PINOT MEUNIER:
In offiziellen Rebsortenlisten findet
man für diese Rotweinsorte meist die Bezeichnung "Müllerrebe".
Die Herkunft geht auf das Burgund zurück, wo diese Rebsorte seit über
400 Jahren bekannt ist. Auch der Schwarzriesling ist eine Mutation aus
dem Spätburgunder, mit dem weißen Riesling hat er nichts zu
tun. Bei uns ist der Schwarzriesling überwiegend in Württemberg
beheimatet. Die Weine sind den Spätburgunderweinen sehr ähnlich.
Abstammung: Ursprünglich aus dem Burgund. Seit 400 Jahren nachweisbar.
Durch Auslesezucht von Schneider (Heilbronn) und Herold (Weinsberg) deutliche
Qualitätsverbesserung. Nicht mit dem Weißriesling verwandt.
Rebe:Dunkelgrünes Laub, die Triebspitzen sind weißlich behaart
und sehen wie mit Mehl bestäubt aus. Daher auch die Bezeichnung "Müllerrebe".
Trauben sind kompakt und kleinbeerig. Weincharakter: Ein warmer, aromatischer
Wein. Die Farbe, ein leuchtendes Rubinrot mit einigen Braunreflexen. Paßt
zu cremig-feinen Suppen, Schweinefleisch, Lamm oder mildem Käse.
SEKT:
Deutscher Qualitätssekt unterliegt
denselben Kontrollen wie QbA- bzw. QmP Wein.
SILVANER:
: Der Grüne Silvaner war einmal
die wichtigste Rebsorte Deutschlands. Im vorigen Jahrhundert verdrängte
er in der Pfalz, in Rheinhessen und an der Nahe schrittweise den Elbling.
Heute ist sein Anbau rückläufig, denn der Anbau neuer Rebsorten,
insbesondere von Neuzüchtungen, erfolgt im überwiegenden Maße
auf seine Kosten. Lageansprüche: Sie sind weniger hoch, als die des
Rieslings. Diese mittleren Ansprüche an die Lage stammen von der früheren
Reife, die fast 14 Tage vor dem Riesling erreicht ist. In deiner späten
Lage sollte man den Silvaner nicht pflanzen, da seine Weine bei niedrigem
Mostgewicht wenig ansprechend sind. Die Vorteile des Silvaners liegen jedoch
in erster Linie darin, daß er in Lagen, in denen der Riesling selten
reif wird, noch gute Mostgewichte erreicht. Ertrag: 80 bis 150 hl/ha Weincharakter:
Die Weine des Silvaners sind geschmacksneutral, worin zum Ausdruck kommt,
daß sie kein hervorstechendes Bukett besitzen.
Der grüne Silvaner war einmal
die wichtigste Rebsorte Deutschlands. Heute geht die mit Silvaner bestockte
Rebfläche jedoch leicht zurück, der Anbau von Neuzüchtungen
erfolgte im überwiegenden Maß auf seine Kosten. Allerdings kommt
es in einigen Gebieten zu einer Renaissance der Rebsorte, da sich ein zunehmender
Teil der Erzeuger auf die typischen Rebsorten rückbesinnt. Silvaner-Weine
sind im Geschmack weitgehend neutral. Von Gesteins- und Kiesböden
können aber auch sehr fruchtige Silvaner gewonnen werden. Auch beim
Silvaner lässt sich die Herkunft nicht eindeutig nachweisen. Fest
steht lediglich,
dass es sich um eine alte Sorte handelt, die vermutlich aus dem Donaugebiet
stammt. Womöglich kommt die Rebsorte aus Transsilvanien (dem heutigen
Siebenbürgen in Rumänien). Abstammung: Aus Kaukasischer Wildrebe
kultiviert und im Dreißigjährigen Krieg aus Transsylvanien nach
Deutschland gebracht worden. Um 1900 auf ca. 60 % der damaligen Anbaufläche
Deutschlands angepflanzt, wurde er später vom Müller-Thurgau
weitgehend verdrängt. Es gibt auch eine Variante mit blauen Beeren,
sogenannter Blauer Silvaner. Rebe: Hellgrüne, kleine, rundliche Blätter.
Wegen der milden Säure sind die fleischigen Beeren auch als Tafeltrauben
beliebt. Weincharakter: Mit vielen Grünreflexen durchsetztes Gelb.
Milde, feinfruchtige Weine, die zu jeder Gelegenheit passen. In Spitzenjahren
Wein mit viel Körper und weichem Bukett. Silvanerweine sind dezent
in der Blume, dafür um so feiner. Paßt zu Süßwasserfischen,
hellem Geflügel und Kalbfleisch.
SPÄTBURGUNDER/PINOT NOIR:
So wie der Riesling unter den Weißweinsorten,
nimmt der Blaue Spätburgunder unter den Rotweinsorten die oberste
Qualitätsstufen ein. In den nördlichen Weinbaugebieten Europas
werden die edelsten Rotweine aus ihm gewonnen. Der infolge Degeneration
der Sorte stark gefährdete Anbau konnte, dank intensiver Klonenzucht,
wieder gesichert werden.Lageansprüche: Der Blaue Spätburgunder
stellt hohe Ansprüche an die Lage, die aber nicht so hoch sind wie
die des Rieslings. Sie liegen etwa in der Mitte zwischen Riesling und Silvaner.
Ein Ausbau in geringen Lagen ist falsch, da die Qualität eines Rotweines
auch vom Alkoholgehalt abhängt. Ertrag: 40 bis 100 hl/ha Weincharakter:
Vollmundig, samtig, mit einem feinen an Bittermandeln erinnernden Aroma
(Burgunderton), körperreich und alkoholreich. In Deutschland wird
versucht Die Rotweine gerbstoffarm herzustellen. Was der Riesling qualitativ
für die Weißweine bedeutet, verkörpert der Blaue Spätburgunder
unter den Rotweinen: die Spitze. Die Heimat des Blauen Spätburgunders
liegt sicher im Burgund, wo der Anbau der Sorte seit dem 14. Jahrhundert
dokumentiert ist. Den Hauptanteil der Spätburgunder-Anbaufläche
in Deutschland findet man in Baden - und dort hauptsächlich am Kaiserstuhl
und in der Ortenau. Die Weine sind vollmundig, samtig, mit einem feinen,
an Brombeeren undBittermandeln erinnernden Aroma, das man auch als Burgunderton
bezeichnet. Unter den deutschen Rotweinen erzielen die Spätburgunder
die höchsten Preise. Im Fachhandel und in der Gastronomie werden selbst
hochpreisige Spätburgunder (teilweise Barrique-Ausbau) problemlos
verkauft. Aus den vielen Premium-, Exklusiv- und Sonderserien ist Spätburgunder
kaum wegzudenken. auch Blauer Spätburgunder oder Pinot noir genannt.
Rote Traubensorte der großen Gruppe der Burgunderarten. Unter den
Rotweinen oftmals in der obersten Liga vertreten. Aus den kleinbeerigen,
dünnhäutigen, dunkelblauen Trauben werden ausdrucksvolle, reife
und samtige Rotweine gewonnen. Abstammung: Der Urvater der Burgunderreben.
Eine der ältesten Kulturreben der Menschheit, erstmals im Niltal und
später im 4. Jahrhundert im Burgund angebaut. Von dort wurde er im
7. Jahrhundert an Rhein und Neckar gebracht. Rebe:Eleganter Wuchs, Blätter
sind hellgrün und stark strukturiert. Die Beeren sitzen dichtgedrängt
aneinander. Neuerdings wird verstärkt eine Variation des Spätburgunders,
der Mariafelder, mit lockerbeerigen Trauben angebaut. Weincharakter: Dunkelrote
Farbe, feines Aroma. Typisch ist ein an schwarze Johannisbeeren oder Brombeeren
erinnernder Ton. Solche edlen Weine werden z.B. zu Wild, Wildgeflügel,
Gänseleberpastete, aber auch zu Pasta Asciutta und Pizza genossen.
Wird auch häufig als Weißherbst ausgebaut. Dabei bleibt die
Farbe in den Beerenhülsen zurück und es entsteht ein lachsfarbener,
frischer Wein, der besonders in der Sommerzeit gerne getrunken wird.
SPÄTLESE:
Die QmP-Stufe über Kabinett und
unter Auslese für stärkere und meist auch körperreichere
Weine als Kabinett. Wenn ein Erzeuger die Absicht hat, eine Spätlese
zu produzieren, dann muß er dies der Behörde mitteilen, und
ein Prüfungsausschuß legt dann fest, welchen Anforderungen eine
Spätlese im jeweiligen Jahrgang und in der betreffenden Gegend entsprechen
muß. Spätlesen im allgemeinen, insbesondere aber trockene, sind
oft die bestgeeigneten deutschen Weine zu Mahlzeiten und weisen ein besseres
Potential für längere Flaschenreife auf als die meisten Kabinettweine.
STÜCK:
Das Standardfaß vom Rhein, traditionell
aus Eichenholz, Inhalt: 1200 l, Es gibt auch Doppelstück, Halbstück
und Viertelstückfässer mit entsprechendem Fassungsvermögen.
SÜßRESERVE:
Unvergorener Traubensaft mit dem vollen
Gehalt an natürlicher Süße wird aufbewahrt und später
trockenen, voll ausgegorenen Weinen beigemischt, um die Idealvorstellung
eines Kellermeisters von einen ausgewogenen, harmonischen Wein zu erfüllen.
Diese Süßung, durch die auch der Alkoholgehalt herabgesetzt
wird, darf nicht übertrieben werden ; in vielen Fällen kann jedoch
durch behutsame Anhebung der Süße die Fruchtigkeit verbessert
und ein Durchschnittswein ansprechender gemacht werden.
TANNIN:
Gerbstoff, eine in den Schalen, Stielen
und Kernen der Trauben vorkommende Substanz; gelangt aber auch aus Eichenfässern
in den Wein. Tannin wirkt konservierend und ist deshalb in Weinen, die
für längere Lagerzeit bestimmt sind, ein wesentlicher Bestandteil.
TROCKEN:
Ein Wein, bei dem der Zuckergehalt des
Traubensaftes vollständig (oder fast vollständig) in Alkohol
umgewandelt ist (unter 9 g/L Restsüße). Trockene Weine schmecken
herb und sind ideal zum Essen.
TROLLINGER:
Der kernigste unter den Rotweinen Deutschlands
ist sicher der Trollinger. Sein Wein hat etwas von der Standhaftigkeit
der Bewohner seiner Heimat Südtirol mitbekommen.Als Lieferant von
Tafeltrauben war er früher in allen Weinbaugebieten unserer Heimat
vertreten, hat sich aber immer mehr auf Württemberg zurückgezogen.Lageansprüche:
Die späte Reife verlangt eine sehr gute frostfreie Lage, so daß
man diese Ansprüche mit denen des Blauen Spätburgunders
vergleichen kann. Eigentlich sind sie noch höher, da der Trollinger
kein so hohes Mostgewicht erreicht wie der Spätburgunder. Bodenansprüche:
Der kräftige Wuchs läßt den Trollinger auch auf armen Böden
gut gedeihen. Er ist recht chlorosefest, verträgt also hohen Kalkgehalt.
Nach Württembergischen Erfahrungen sind Löß-Lehmböden
weniger gute Standorte für den Trollinger. Bindige, lettige Böden
scheiden aus, weil sie kalt sind und die späte Reife noch fördern.
Warme Böden de Keuper- und Muschelkalkformation sind gut geeignet.
Ertrag: 100 bis 150 hl/ha. Weincharakter: Wegen der deutlichen Säure
haben die Weine eine frischfruchtige, kernige, herzhafte, lebhafte Art.
Sie sind als Rotwein hellrot und in guten Jahren kräftig rubinrot.
In Württemberg wird die helle Farbe nicht als Nachteil angesehen.
Gelegentlich wird der Trollinger auch als Weißherbst vermarktet.
Hierzulande war die Rebsorte früher in allen Anbaugebieten als Lieferant
von Tafeltrauben vertreten. Heute findet man den Trollinger in Deutschland
fast ausschließlich in Württemberg. Aufgrund der deutlichen
Säure haben die Weine eine frische, rassige Art. Sie sind als Rotwein
meist hellrot. Trollinger-Weine können relativ jung getrunken werden.
Abstammung: Urheimat des Trollingers ist Südtirol. Daraus leitet sich
auch der Name ab: "Tirolinger". Heute fast ausschließlich inWürttemberg
angebaut. Rebe: Hellgrünes Laub, sehr kräftiger Wuchs. Anfällig
gegen Pilzkrankheiten und Frost. Die Trauben sind sehr groß mit dicken,
fleischigen Beeren. Wird auch gerne als Tafeltraube gegessen.Weincharakter:
Ein leichter, fruchtiger Zechwein, der in der Farbe zwischen Lachs- und
Rubinrot variiert. Schwäbisches Nationalgetränk. Gute Trollinger
schmecken "saftig" und werden leicht gekühlt getrunken. Paßt
zum Vesper, aber auch hervorragend zu italienischer Pasta
VENDIMIA:
Spanische Bezeichnung für Ernte,
Weinlese, wird auch im Sinne von Jahrgang gebraucht.
WEISSER BURGUNDER/PINOT BLANC:
Zu den Qualitätsrebsorten, die
in den letzten Jahren vermehrt angebaut werden, gehört der „Weiße
Burgunder". Wo man ihn in das Rebsortiment eines aufnahm, hat er meistens
den Silvaner verdrängt. Er wird aber in Deutschland nie die Bedeutung
erlangen, die er in manchen Weinbaugebieten Frankreichs besitzt.
Lageansprüche: Die Ansprüche an die Lage werden von der Tatsache
bestimmt, daß eigentliche Qualität bei dieser Sorte über
80 Grad Öchsle liegen muß. Es kommen also nur gute, warme Lagen
infrage. Insgesamt sind die Lageansprüche etwas geringer als die des
Rieslings. Vor einem Anbau in geringeren Lagen muß gewarnt werden,
da dann die Weine qualitativ gering bleiben. Ertrag: 80 bis 85 hl/ha
Weincharakter: Er hat nicht das kräftige
Bukett des Ruländers und schmeckt auch neutraler als der Auxerrois.
Unter 80 Grad Öchsle entsprechen die Weine nicht den qualitativen
Erwartungen. Wertvoll werden sie erst ab 85 Grad, weil sie dann die nötige
Fülle haben. Hochgradige Weine eignen sich sehr gut als Süßreserve.
Der Weißburgunder ist eine wertvolle, wenn auch (noch) nicht sehr
häufig angebaute Sorte. Nachweislich bekannt ist der "Pinot blanc"
(wie er in Frankreich genannt wird) bereits seit dem 14. Jahrhundert. Er
entstand durch Mutation aus dem Grauen Burgunder. Die Weine sind im Duft
und vom Bukett her eher verhalten, Spitzenweine präsentieren sich
aber bei gekonntem Ausbau auch fein-fruchtig und sehr elegant. Weißburgunder
gehört insbesondere im Fachhandel und der gehobenen Gastronomie zu
den absoluten Aufsteigern. Weiße Traubensorte der großen Gruppe
der Burgunderarten. Mittelfrüh reif, bringt diese Sorte säurearme,
volle und reife Weine mit feinem Bukett. Durch mehrere Mutationen aus
dem Spätburgunder entstanden.
Abstammung: Mutation aus dem Grauen Burgunder. Bekannt seit dem 14. Jahrhundert.
Wurde seit 1700 in den Weinbergen des Burgund angebaut. Rebe: Kräftiger
Wuchs, kompakte Trauben, die sich auch hervorragend als Tafeltrauben eignen.
Weincharakter: Feines Aroma, das insbesondere bei trockenem Ausbau sehr
schön zur Geltung kommt. Eignet sich auch zum Ausbau im Holzfass.
Ideal für die leichte Küche, insbesondere zu grünem Spargel
und feinen Gratins.
WEISSHERBST:
Roseewein, der mindestens Qualitätswein ist und ausschließlich aus den Trauben einer einzigen Rebsorte erzeugt wird.
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